WLAN-Geschwindigkeit testen: Schritt für Schritt erklärt

Videos ruckeln, Seiten laden zäh. Sie fragen sich, ob Ihr WLAN wirklich die vertraglich vereinbarte Geschwindigkeit liefert. Mit dem kostenlosen Test der Bundesnetzagentur auf breitbandmessung.de finden Sie das in wenigen Minuten heraus. Danach kennen Sie Ihre tatsächliche Geschwindigkeit und wissen, wann sich ein Anruf beim Anbieter lohnt.

Gut zu wissen

Möchten Sie nur schnell prüfen, ob ein Problem am WLAN oder am Internetanschluss liegt, reicht oft schon unsere kürzere Kurzanleitung: Internet und WLAN testen. Dieser Artikel hier geht einen Schritt weiter und misst die genaue Geschwindigkeit.

Geschwindigkeit testen: Schritt für Schritt

Die folgenden fünf Schritte führen Sie durch die Messung mit dem Test der Bundesnetzagentur. Führen Sie sie der Reihe nach aus.

1

Andere Geräte und Programme schließen

Beenden Sie Downloads, Streaming und Videoanrufe auf allen Geräten in Ihrem Netzwerk. Andere Nutzer im selben WLAN verfälschen sonst das Ergebnis.

2

breitbandmessung.de öffnen

Öffnen Sie in Ihrem Browser die Seite breitbandmessung.de. Dieser Test stammt von der Bundesnetzagentur, der zuständigen Behörde für Telekommunikation in Deutschland, und ist kostenlos.

3

Browsermessung starten

Klicken Sie auf „Browsermessung“ und danach auf den Start-Button. Der Test läuft automatisch ab und dauert etwa eine Minute.

4

Ergebnis ablesen

Nach Abschluss zeigt die Seite drei Werte: Download, Upload und Ping. Notieren Sie sich diese Werte, wenn Sie sie später vergleichen möchten.

5

Test wiederholen

Wiederholen Sie die Messung zu unterschiedlichen Tageszeiten, etwa morgens und abends. So erkennen Sie, ob die Geschwindigkeit dauerhaft niedrig ist oder nur zeitweise schwankt.

Ergebnis verstehen: Was die Werte bedeuten

Die Messung zeigt drei Werte in Mbit/s (Megabit pro Sekunde, die Maßeinheit für Datenübertragung im Internet). Download gibt an, wie schnell Daten aus dem Internet auf Ihr Gerät gelangen, etwa beim Laden einer Webseite oder beim Streamen eines Videos. Für die meisten Haushalte ist dieser Wert der wichtigste.

Upload zeigt, wie schnell Daten von Ihrem Gerät ins Internet gelangen, etwa beim Versenden von Fotos oder bei einem Videoanruf. Ping misst die Reaktionszeit Ihrer Verbindung in Millisekunden. Ein niedriger Wert bedeutet eine schnellere Reaktion, spielt für normales Surfen und Streamen aber kaum eine Rolle.

Gut zu wissen

Mbit/s und MByte/s werden häufig verwechselt. Ein Megabyte entspricht acht Megabit. Ein Download von 50 Mbit/s entspricht also etwa 6,25 MByte/s — der Einheit, in der Dateigrößen angegeben werden.

Was ist eine gute Geschwindigkeit? Wann Sie am Vertrag zweifeln sollten

Wie viel Geschwindigkeit Sie brauchen, hängt von der Nutzung ab. Zum Surfen und für E-Mails reichen meist 10 bis 16 Mbit/s. Für Streaming in HD-Qualität empfehlen sich mindestens 25 Mbit/s, für 4K-Videos eher 25 bis 50 Mbit/s. Nutzen mehrere Personen gleichzeitig das Internet, addieren sich diese Werte.

Ihr Anbieter muss Ihnen mehrere Werte nennen: die maximale, die normalerweise verfügbare und die minimale Datenübertragungsrate. Diese Angaben finden Sie im Produktinformationsblatt oder in der Vertragszusammenfassung, die Sie bei Vertragsabschluss erhalten haben.

Liegt Ihre gemessene Geschwindigkeit dauerhaft und deutlich unter der vereinbarten Rate, spricht die Bundesnetzagentur von einer erheblichen, kontinuierlichen oder regelmäßig wiederkehrenden Abweichung. In diesem Fall lohnt sich ein Anruf beim Anbieter, gegebenenfalls mit Hinweis auf eine Preisminderung oder ein Sonderkündigungsrecht.

Liegt das Problem eher am WLAN-Signal in der Wohnung als am Internetanschluss selbst, helfen Ihnen unsere Lösungen im Artikel WLAN zu langsam? Die besten Lösungen.

Messung richtig durchführen: Kabel oder WLAN?

Für die genauesten Ergebnisse testen Sie am besten zweimal: einmal über ein Kabel direkt am Router, einmal über WLAN am Ort, an dem Sie das Internet normalerweise nutzen.

Der Kabeltest zeigt die reine Internetgeschwindigkeit ohne den Einfluss des WLAN-Signals. Verbinden Sie dazu Ihren Computer per Ethernet-Kabel (dem Netzwerkkabel mit den durchsichtigen Steckern) mit einem freien Anschluss am Router.

Sind Kabel- und WLAN-Wert ähnlich, funktioniert Ihr WLAN gut. Ist der WLAN-Wert deutlich niedriger, liegt das Problem am WLAN-Signal, nicht am Internetanschluss. Den genauen Unterschied zwischen den beiden Begriffen erklären wir ausführlich im Artikel Unterschied zwischen WLAN und Internet.

Häufig gestellte Fragen

Ist der Test der Bundesnetzagentur wirklich kostenlos?

Ja. breitbandmessung.de ist ein offizielles, kostenloses Angebot der Bundesnetzagentur. Es fallen keine Kosten an, und eine Registrierung ist nicht nötig.

Warum ist meine gemessene Geschwindigkeit langsamer als am Router angegeben?

Router geben oft eine theoretische Höchstgeschwindigkeit an. In der Praxis verringern Wände, Entfernung und andere Geräte diesen Wert. Das ist normal und kein Grund zur Sorge.

Reicht ein einzelner Test aus?

Nein. Die Geschwindigkeit schwankt je nach Tageszeit und Auslastung. Für ein verlässliches Bild messen Sie mindestens dreimal, an unterschiedlichen Tagen und Uhrzeiten.

Was mache ich, wenn die Geschwindigkeit dauerhaft zu niedrig ist?

Kontaktieren Sie zunächst Ihren Anbieter mit den gemessenen Werten. Für eine rechtlich belastbare Messung über mehrere Tage nutzen Sie die Desktop-App der Bundesnetzagentur statt der einfachen Browsermessung.

Können Sie diesen Test auch für Ihre Eltern durchführen, ohne vor Ort zu sein?

Teilweise. Die Werte lassen sich gut gemeinsam am Telefon ablesen, während Sie durch die Schritte anleiten. Für eine genaue Einschätzung vor Ort hilft zusätzlich eine Fernwartungs-App wie TeamViewer.

Fazit

Mit dem Test der Bundesnetzagentur wissen Sie jetzt, wie schnell Ihr Internet tatsächlich ist. Download, Upload und Ping lassen sich in wenigen Minuten ablesen und mit dem Vertrag vergleichen. Bleibt die Geschwindigkeit dauerhaft niedrig, hilft ein Blick auf unsere Lösungen bei langsamem WLAN oder ein Anruf beim Anbieter.

Lip Stark

IT-Experte mit Erfahrung in Netzwerken, Windows- und Linux-Administration

Lip unterstützt seit über zehn Jahren Familien beim Einrichten neuer Geräte. Auf dein-technerd.de erklärt er Technik so, wie er sie auch den eigenen Eltern erklären würde: in Ruhe, ohne Fachjargon.

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026

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